Personalentwicklung

„Unsere Mitarbeiter sind uns wichtig“ ist ein häufig gelesener Satz im Unternehmensleitbild (Normdeutsch: Qualitätspolitik). Dabei investieren viele Unternehmen mehr Geld in die Gebäudeinstandhaltung als in die Qualifikation ihrer Mitarbeiter. Insbesondere im Mittelstand ist die Personalabteilung (Neudeutsch: HR = Human Ressource) lediglich für die Lohnabrechnung zuständig.

Bei vielen Kunden habe ich im Rahmen der Beratung festgestellt, dass das Thema der zielgerichteten Personalentwicklung vollkommen fremd ist. Oftmals ist es der QMB, der das Thema „Qualifikation der Mitarbeiter“ im Unternehmen aufrecht erhält (zumindest so weit, dass der Auditor im Zertifizierungsaudit einen Haken hinter die entsprechende Normanforderung setzen kann).

Qualifikation ist nicht zwangsläufig gekoppelt an teure externe Schulungen. Die ISO 9001 (und auch andere Normen) fordert lediglich, dass sichergestellt wird, dass ein Mitarbeiter die ihm zugedachte Aufgabe hinreichend gut ausführen kann. Das Unternehmen muss darstellen, wie dieses Ziel erreicht wird. Neben externen Schulungen (die auch wichtig sein können), gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, um die Mitarbeiter angemessen zu qualifizieren (z.B. Einarbeitung, Patenschaften, Erfahrungsaustausch, Feedbackgespräche, Studium von ausgewählter Fachliteratur, interne Weiterbildung von Kollege zu Kollege, …).

Ich sehe die Verantwortung zur Personalentwicklung weder beim QMB, noch in der Personalabteilung. Vielmehr empfehle ich die Verantwortung für die Qualifikation beim Prozessverantwortlichen (bzw. bei der Abteilungsleitung) anzusiedeln. Das beinhaltet die Verantwortung für die Bedarfsermittlung, Auswahl und die Wirksamkeitsbewertung. In der Personalabteilung sollte lediglich die Administration erfolgen (z.B. Schulungsnachweise in Personalakte führen).