Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen

Da in vielen Unternehmen die Trennung von Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen (z.B. im 8d-Report) nicht immer eindeutig ist, soll folgendes Beispiel für Verständnis sorgen:

Ein Kind fällt in einen Brunnen und muss von der Feuerwehr gerettet werden.

Die Rettungsaktion ist eine Sofortmaßnahme, nicht mehr und nicht weniger. Die Feuerwehr erfasst die Einsatzkosten, denn jemand muss diesen Einsatz bezahlen (Fehlerkosten).

Bei der Ursachenanalyse hat man festgestellt (Ishikawa, 5Why, …), dass der Brunnen nicht gesichert war (kein Gitter, keine Mauer).

Die Korrekturmaßnahme lautet: Den Brunnen muss mit einem Gitter gesichert werden. Hiermit ist sichergestellt, dass kein Kind erneut in diesen Brunnen fallen kann.

Zur Festlegung einer geeigneten Vorbeugungsmaßnahme muss die Frage gestellt werden: „Wie kann systematisch verhindert werden, dass weitere vorhandene und/oder zukünftige Brunnen ungesichert sind?“ Die Vorgabedokumentation (Gesetze, Verordnungen, Normen, Arbeitsanweisungen) werden geprüft um festzustellen, ob es sich um menschliches Versagen handelt, ob es ein Einzelfall ist oder ob generell der Brunnenbau nicht hinreichend geregelt ist. Ggf. müssen Regularien (Gesetze, VOB, Normen, Handbücher) angepasst und betroffene Menschen (Brunnenbauer, Mitarbeiter) bezüglich der neuen Vorgabe geschult werden.

Die Wirksamkeit der Vorbeugungsmaßnahme(n) kann evtl. erst nach einem Jahr anhand der Brunnen-Unfallstatistik bewertet werden. Erst wenn die Wirksamkeit nachgewiesen wurde, ist der Fall „Ein Kind fällt in einen Brunnen“ abgeschlossen.